Was ist eigentlich Honorarberatung?

Bei der Frage, was unter Honorarberatung zu verstehen ist, beginnt es, wie so oft, mit einem Blick bei Wikipedia. Dort heißt es, der Berater erhält vom Produktgeber keine Provision, sondern wird im Gegenzug für die Beratungsleistung vom Beratenen durch ein gesondertes Honorar entlohnt. Genau genommen bezieht sich diese Erklärung zwar auf den Bereich der Finanz- und Vermögensfragen, sie kann aber genauso auf Versicherungen oder Immobilienfinanzierung angewandt werden.

Ablauf einer Honorarberatung

Am Anfang steht ein unverbindliches Gespräch. Dieses findet bei Ihnen statt und ist absolut kostenfrei. Darin besprechen Sie mit mir Ihre Vorstellungen und Ziele in Bezug auf das gewünschte Beratungsgebiet und dessen Umfang. Entscheiden Sie sich nun zu einer Zusammenarbeit, erfasse ich Ihre persönlichen und familiären Daten, die Vermögensverhältnisse und die bestehenden Verträge und Sie erteilen mir einen Beratungsauftrag.

Auf Grund der verhandenen Informationen und des gewünschten Beratungsbedarfs erarbeite ich dann ein Konzept, das ich Ihnen in einem weiteren Termin persönlich vorstelle. Sollten sich im Laufe der Vorstellung weitere Fragen oder Änderungswünsche ergeben, so arbeite ich diese in eine korrigierte Fassung ein.

Kosten der Honorarberatung

In der Honorarberatung haben sich unterschiedlichen Vergütungsmodelle etabliert. Die Wichtigsten habe ich Ihnen auf einer eigenen Seite zusammengestellt. Ich arbeite hauptsächlich nach dem Stundensatzhonorar, auf Wunsch aber auch gerne mit Pauschalhonorar. Der Stundensatz beträgt 119 € (= 100 € zzgl. USt.). Dabei lasse ich Sie selbstverständlich nicht in offene Kostenmesser laufen, sondern gebe Ihnen bereits im Vorfeld eine ungefähre Schätzung des Zeitrahmens ab. Auf diese Weise können Sie die Gesamtkosten in etwa abschätzen.
Die Höhe des Pauschalhonorars ist zwar Verhandlungssache, wird sich aber ebenfalls in der Größenordnung bewegen.

Sonstiges zur Honorarberatung

Im Geschäft mit Finanz- und Versicherungsprodukten sieht es üblicher Weise anders aus. Diese Produkte bestehen eigentlich aus zwei miteinander verknüpften Teilen. Zum einen natürlich das Produkt selbst und dann aber, gewissermaßen als unsichtbares Anhängsel, auch die Provision für die Vermittlung. Ein Indiz dafür ist allein schon der Umstand, dass Sie als Kunde „kostenlos“ beraten werden.

Verbraucherschützer schätzen den jährlichen Schaden, den Anleger in Deutschland durch diese Art der provisionsgesteuerten Beratung erleiden, auf 50 bis 100 Milliarden Euro. Mit anderen Worten ausgedrückt bedeutet dies: jeder Bundesbürger, vom Neugeborenen bis zum Greis, bezahlt zwischen 625 bis 1.250 Euro zu viel - jährlich! Für den Gegenwert dieser Summe kann schon eine sehr ausführliche Honorarberatung stattfinden.
Wussten Sie eigentlich, dass in Deutschland im Bereich der Finanzdienstleistungen geschätzte 500.000 „Berater“ auf Provisionsbasis arbeiten? Als eingetragene Finanzanlagenvermittler mit Erlaubnis nach § 34f GewO sind 37.554 tätig. Dagegen sind gerade einmal 157 (!) Honorar-Finanzanlagenberater im offiziellen Vermittlerregister gelistet. (Quelle: DIHK, eingetragene Honorar-Finanzanlagenberater, Stand: 1.7.2017)

Im Bereich der Versicherungen sieht es sogar noch schlimmer aus. Traurig aber wahr - den 225.295 registrierten Vertretern und Maklern stehen nur 321 (!) unabhängige Versicherungsberater gegenüber. Somit kommen auf jeden Versicherungsberater mehr als 701 Vertreter bzw. Makler. (Quelle: DIHK, eingetragene Versicherungsvermittler, Stand: 1.7.2017)

Inzwischen besteht auch eine Registrierpflicht für Vermittler von Immobiliendarlehen. Den bislang 48.043 registrierten Vermittlern, stehen 1.432 Honorar-Immobiliardarlehensberater gegenüber. Auch hier beträgt das Verhältnis immerhin noch rund 33,5 : 1. (Quelle: DIHK, eingetragene Immobiliardarlehensvermittler, Stand: 1.7.2017)

Ein Honorarberater für Finanzdienstleistungen oder Immobiliardarlehen sowie ein Versicherungsberater verzichtet auf jegliche Provisionszahlung und vermeidet dadurch automatisch einen Interessenskonflikt. Auf diese Weise kann er sich seinem Mandaten gegenüber absolut neutral und unabhängig verhalten. Es findet eine Beratung statt, die auch ihren Namen verdient.